ÜBER DIESE SERIE
Während des größten Teils der vergangenen Jahrzehnte wurde die Investitionslandschaft von zwei mächtigen und sich ergänzenden Kräften geprägt: von fast ununterbrochen sinkenden Zinsen und einer Welle technologischer Innovationen, von der Unternehmen profitierten, die auf Code, Netzwerken und ihrer Fähigkeit zum Wachstum ohne physische Einschränkungen basierten. Die Kapitalströme folgten diesem Trend, die Bewertungen zogen nach, während eine Generation von Anlegern – nicht ohne Grund – lernte, dass die Zukunft den kapitalarmen Unternehmen, der Digitalisierung und den störenden Akteuren gehörte. Das Umfeld hat sich jedoch gewandelt. Diese vierteilige Artikelserie beleuchtet diesen Wandel und vertritt dabei eine zentrale These: Um den Grundprinzipien des Qualitätsinvestierens treu zu bleiben, muss man heute den Untersuchungshorizont erweitern – über die traditionell mit Qualität assoziierten Sektoren hinaus –, um Quellen nachhaltiger Gewinne dort zu finden, wo der Markt sie noch nicht erwartet.
- Teil I – Qualität weiter denken: Grundprinzipien, erweiterte Horizonte
- Teil II – Konsumgüter: Was der Markt nicht mehr sieht
- Teil III – Das Gesundheitswesen am Scheideweg: KI als Skalpell
- Teil IV – KI unter dem Prisma der Qualität: Nachhaltigkeit in Zeiten des Umbruchs
Die Konsumgüter des täglichen Bedarfs – auf Englisch „Consumer Staples“ – bilden einen der ältesten Sektoren und sind traditionell stärker in den Portfolios qualitätsorientierter Anleger vertreten. Unter einem gemeinsamen Begriff vereinen sich jedoch sehr unterschiedliche Bereiche. Lebensmittel und Getränke, Haushalts- und Körperpflegeprodukte, Lebensmittelhandel sowie rezeptfreie Arzneimittel (OTC). Ihre Gewinntreiber, geografischen Engagements und Wettbewerbsdynamiken haben oft nichts gemeinsam. Ein grundlegendes Merkmal verbindet sie jedoch. Ihre Produkte gehören zum Alltag der Verbraucher und werden oft genutzt, ohne dass man sich dessen bewusst ist. Rituale, die tausende Male im Jahr wiederholt werden, in allen Konjunkturzyklen, verbunden mit Gewohnheiten, Erinnerungen und unverzichtbaren Momenten des Tages. Der Geschmack des Morgenkaffees, das Aroma des Joghurts aus der Kindheit, die Zahnpasta – all das sind sensorische Bezugspunkte, auf die der Verbraucher auch in einer Rezession nicht verzichtet. Niemand hat jemals seine Colgate-Zahnpasta auf dem Altar des wirtschaftlichen Überlebens geopfert.
Lesen Sie Sébastien Gandons vollständigen Artikel "Konsumgüter: Was der Markt nicht mehr sieht".
