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OBAM: Gewinner und Verlierer der KI: Wo liegen die echten Chancen?

Auf den ersten Blick sieht das Jahr 2026 für Investoren vielversprechend aus. Die Aktienmärkte weltweit sind leicht im Aufwind. Aber wenn man genauer hinschaut, sieht man eine auffällige Streuung. Die wachsenden Funktionen der KI haben den Markt beschleunigt, wobei Investoren zunehmend zwischen Gewinnern und Verlierern unterscheiden.

Mit jeder Produktankündigung von Akteuren wie Anthropic oder OpenAI (ChatGPT) scheint die Nervosität der Anleger zuzunehmen. Das ist nicht unlogisch. KI-Unternehmen müssen ihre Umsatzmodelle einführen und tun dies in immer mehr Branchen in zunehmendem Tempo. Anthropic hat mittlerweile rund 300.000 zahlende Geschäftskunden.

Das Schlachtfeld der „KI-Verlierer”

Zunächst gerieten Callcenter unter Beschuss. Mittlerweile ist das Spielfeld viel größer. Software- und Business-Services-Unternehmen wurden hart getroffen. In den letzten Wochen kamen Versicherungen, Vermögensverwalter, Transportunternehmen, Medien und Reiseorganisationen hinzu. Der gemeinsame Nenner: Es handelt sich meist um dienstleistungsorientierte Geschäftsmodelle, bei denen die Informationsverarbeitung und die Kundeninteraktion im Mittelpunkt stehen.

Das Ergebnis ist eine fast panikartige Rotation. Es fühlt sich an, als würde sich der Markt von „digitalen” zu „physischen” Aktien verlagern. Unternehmen versuchen, Investoren zu versichern, dass sie nicht von KI betroffen sein werden, sondern sogar davon profitieren werden. Die Reaktion der Aktienkurse erzählt jedoch eine andere Geschichte. Rückgänge von 30 % bis 50 % innerhalb weniger Monate sind keine Seltenheit.

Die Renditedifferenz zwischen europäischen KI-Gewinnern und -Verlierern beträgt in den letzten zwölf Monaten etwa 95 %, und selbst in diesem Jahr ist die Differenz bereits auf über 30 % gestiegen. Wir befinden uns in einem Umfeld, in dem erst verkauft und dann gefragt wird.

Es fällt auf, dass Analysten ihre Gewinnerwartungen für viele dieser „KI-Verlierer” kaum gesenkt haben. In vielen Fällen ist die tatsächliche Disruption noch Jahre entfernt. Was jedoch geschieht, ist, dass Investoren eine höhere Risikoprämie auf den Endwert verlangen. Und je größer die Unsicherheit über das Erlösmodell ist, desto höher ist die Risikoprämie. Dies führt direkt zu niedrigeren Multiplikatoren.

Die Kehrseite der Medaille

Dem Lager der Verlierer steht eine klare Gruppe von Gewinnern gegenüber. An erster Stelle stehen die Unternehmen, die KI überhaupt erst möglich machen: Chip-Designer, Halbleiterhersteller, Unternehmen mit Engagement in Rechenzentren und Energieunternehmen, die den notwendigen Strom liefern – von Netzbetreibern bis hin zu Gasturbinenherstellern.

Darüber hinaus sehen wir eine starke Performance bei Unternehmen mit physischen Vermögenswerten, die schwer zu replizieren sind: Immobilien, Metalle, kritische Infrastruktur, regulierte Vermögenswerte mit Lizenzen und geschützte Franchises. Einzigartige Luxusprodukte und seltene Immobilien profitieren ebenfalls von ihrer materiellen Natur in einer Welt, in der digitale Dienste zunehmend ersetzbar werden.

In diesen Segmenten wird die Outperformance durch eine starke positive Gewinnentwicklung unterstützt. Die Gewinner der KI verzeichnen eine deutliche Beschleunigung des EPS-Wachstums, was die höheren Bewertungen rechtfertigt – zumindest vorerst.

Banken liegen irgendwo in der Mitte. Sie sind zwar auf der Einnahmeseite einem Risiko ausgesetzt, können aber auf der Kostenseite potenziell von KI profitieren. Effizienzsteigerungen durch Automatisierung können hier einen Mehrwert schaffen.

Wo liegen die Chancen?

Die Frage ist, was nötig ist, um die derzeitige Entwicklung umzukehren. KI wird nicht verschwinden. Im Gegenteil, der Fortschritt beschleunigt sich. Neue Generationen amerikanischer Large Language Models werden mit einer im Vergleich zu früheren Modellen um ein Vielfaches höheren Rechenleistung trainiert. Neue Versionen stehen kurz vor der Veröffentlichung.

Dennoch scheint der Markt in einigen Fällen die kurzfristigen Aussichten zu überschätzen und die langfristigen zu unterschätzen. Viele Anwendungen müssen ihren Wert in komplexen, regulierten Geschäftsumfeldern erst noch unter Beweis stellen. Die Implementierung braucht Zeit. Die Integration erfordert Investitionen. Und nicht jede technologische Möglichkeit führt automatisch zu strukturellem Gewinndruck.

In bestimmten Branchen werden ganze Geschäftsbereiche implizit mit Null bewertet. Dies deutet auf ein Szenario hin, in dem das Umsatzmodell fast vollständig wegbricht – ein Ergebnis, das in vielen Fällen grundsätzlich unwahrscheinlich ist. Dies schafft Raum für eine Normalisierung, sobald sich die Lage beruhigt hat.

Für aktive Anleger liegt hier die Chance. Nicht darin, blind dem KI-Hype hinterherzulaufen, sondern darin, die fundamentalen Auswirkungen sorgfältig zu analysieren:
• Wie groß ist das tatsächliche Umsatzrisiko?
• Wann könnte es zu einer möglichen Disruption kommen?
• Welche Kostenvorteile können Unternehmen realisieren?
• Und wie wird sich der strukturelle freie Cashflow verändern?

In einem Markt, in dem Emotionen und Narrative die Preise beeinflussen, kann eine disziplinierte Fundamentalanalyse den entscheidenden Unterschied ausmachen. Die derzeitige Streuung ist groß, und genau das schafft Chancen.

KI teilt den Markt in Gewinner und Verlierer. Zwischen diesen beiden Lagern liegt jedoch eine große Grauzone. Für diejenigen, die bereit sind, über die Schlagzeilen hinauszuschauen, liegt dort möglicherweise das attraktivste Renditepotenzial.

Die Informationen in dieser Kolumne sind nicht als professionelle Anlageberatung oder als Empfehlung zu bestimmten Investitionen gedacht.
 

Autor: Siegfried Kok

Siegfried Kok ist Senior Portfolio Manager bei OBAM Investment Management, der niederländischen Vermögensverwaltungsgesellschaft des Fonds OBAM N.V., einem der ältesten Investmentfonds in Europa, der 1936 gegründet wurde.

Siegfried Koks Karriere umfasst Verantwortlichkeiten im Portfoliomanagement bei Kempen Asset Management, ABN Amro Asset Management und BNP Paribas Asset Management.

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